Chaplin (1992)

Chaplin

Biopic der Filmlegende Charly Chaplin von Richard Attenborough. Mit Robert Downey Jr. als Charly Chaplin, und Geraldine Chaplin (Chaplins tatsächliche Tochter, die hier Chaplins Mutter spielt). Der Film war für mehrere Oscars nominiert.

Charles Chaplin ist ein Entertainer. Schon früh spürt er, der aus ärmlichsten Verhältnisse stammt, dass er Menschen unterhalten kann – und dass er davon profitieren kann. Von den englischen Bühnen geht er ins große Hollywood vor die Filmkamera und er wird zum „Tramp“. In Rückblenden schaut der alt gewordene Chaplin mit einem Journalisten auf sein Leben zurück, auf sein filmisches Schaffen, aber auch ein Privatleben, das ihn politisch und in der Liebe gefordert hat.

 

Es ist keine leichte Aufgabe, das Leben eines Künstlers in Bilder zu verpacken, der selbst, wie kaum ein zweiter, Bilder hat sprechen lassen können. Chaplin war einer der Film-Pioniere, dem klar war, welches Potential Film haben kann. Das beweisen nicht nur die Werke, in denen er Storytelling, Pointen und Timing für seine Zeit auf einen ganz neuen Nenner bracht, das beweist auch seine Gründungsmitgliedschaft bei United Artists. Film ist Kunst. Und Richard Attenborough hat das beinah Unmögliche mit einer Chaplinschen Leichtigkeit realisiert, dass der Film mit all seinen Details auch eine Liebeserklärung an den Film geworden ist. Selbst wenn die Vorlage eines solch spannenden Lebens für den Film und nicht zuletzt auch für die Ikonisierung des Londoners ein Stück weit fiktioniesiert sein dürfte, so dürfte auch klar sein, dass seine Enkelin, die bewundernswert das traurige Schicksal ihrer eigenen Großmutter darstellt, das Ganze abgesegnet haben dürfte – und das ganz im Sinne ihres großen Vaters. Es ist aber vor allem der Hauptdarsteller, der den Film trägt und das mit einer Mühelosigkeit, wie man sie nur noch selten sieht. Robert Downey Jr. tänzelt, frohlockt, flirtet, leidet, watschelt. Und beeindruckt mit seinem wahnsinnigen Slapstick-Talent, dass es schade ist, diesen Humor in seiner Ernsthaftigkeit im aktuellen Filmgeschehen nicht mehr zu erleben. Die filmischen Reminiszenzen an das Chaplinsche Werk, die liebevollen Homagen hätten dem Film-Verliebten Chaplin bestimmt gefallen. Nein, es ist wirklich keine leichte Aufgabe, dieses Leben in Bilder zu packen.

3,5 von fünf Kinosesseln

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