Les Miserables (2012)

Les Miserables

Eine Musicalverfilmung von Tom Hooper, die auf dem Buch von Victor Hugo basiert. Es spielen Hugh Jackman, Russel Crowe, Anne Heathaway, Eddie Redmayne, Amanda Seyfried, Helena Bonham-Carter, Sasha Baron-Cohen und Samantha Barks.

Jean Valjean hat seine Strafe für einen gestohlenen Kanten Brot abgesessen und wird in das Frankreich von 1815 entlassen. Während seiner Haft hat er mehrere Fluchtversuche unternommen, weswegen Polizeiinspektor Javert auf ihn in Erinnerung behält.  Jahre später, Valjean hat sich unter anderem Namen eine Existenz als Bürgermeister aufgebaut, begegnen sie sich wieder. Valjean flieht und nimmt vorher noch Cosette, die Tochter von Fantine, einer durch unglückliche Umstände in die Armut getriebenen Frau, bei sich auf. Valjean und seine zur jungen Frau gereifte „Tochter“ Cosette leben Jahre später in Paris. Cosette und der junge Student Marius verlieben sich. Doch die Wirren der letzten Kämpfe der französischen Revolution erschweren das Leben aller. Und zwischendurch wird immer noch gesungen.

 

Sie haben es schwer, die Musicalverfilmungen. Ein Genre, das ohnehin gerne mal schief angeschaut wird, dazu wurden Werke auf den Markt geworfen, die gerne mal abgrundtief kitschig sind oder arg langatmig, nicht nur im Gesang, sondern auch in der Handlung. Und dann kommt da „Les Misérables“ um die Ecke.
Eine Geschichte, die so viel Handlung hat, dass man kaum noch mitkommt, eine Geschichte, die so viel Charaktere hat, dass man jedem von ihnen einen eigenen Film weben könnte – und eine Geschichte, die einfach in herliche Musik eingehüllt ist.
Tom Hoopers „Les Misérables“ sticht aber hinaus, aus dem undurchdringlichen Wust an Musicalverfilmungen, so unterschiedlich die auch alle sein mögen. Diese Versionen packt einen aufgrund des Live-Gesangs einfach deutlich mehr, als es mit Playbacks möglich ist. Das wäre allein schon für die vertonten Gespräche, die ich im übrigen wunderbar finde, unnötig gewesen. Nichts glatt-gebügelt, jede Emotion der Schauspieler ist in der Musik zu hören, das is innovativ (Warum eigentlich?) das ist genial.
Wenn Anne Hathaway als Fantine zerbricht, wenn Hugh Jackmann als Valjean in sich seinen größten Feind hat, wenn Russell Crowe seine Vergangenheit bekämpft und wenn Samantha Barks (eine wunderbare Entdeckung) leidet. Das alles in einer Epoche, die von Aufbruch geprägt ist, von Lebenswillen und Kampfgeist. Es kommt dabei nicht darauf an, dass sie alle wie Engel singen können, darum geht es nicht. Russell Crowe macht aus „Stars“ einfach eine unvergleichbare Version, eben weil er sie nicht auf großer Bühne singen und bis in die letzten Reihen transporieren kann. Die Fragilität im Gesang, aus der Emotion heraus, ist es, was ein Filmmusical ausmacht. Das hat Tom Hooper grandios umgesetzt. Die Besetzung ist einmalig, Kostüm, Maske und Ausstattung machen einen tollen Job. Nicht zuletzt ist das Stück auch immer wieder ein Stück Gesellschaftskritik. Hört ihr die Leute singen?

4 von fünf Kinosesseln

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